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Frage · Hund

Wie gewöhne ich meinen Hund ans Autofahren?

Kurz gesagt

Finde heraus, welcher Teil für deinen Hund schwer ist: zum Auto gehen, einsteigen, der Motor, das Fahren oder das Ziel der Fahrt. Fang kurz vor diesem Punkt an. Füttere neben dem parkenden Auto, mach das Einsteigen leicht, wenn nötig mit einer Rampe, und füge dann den Motor und kurze Fahrten hinzu, die bei etwas enden, das dein Hund liebt. Sabbert oder erbricht er bei jeder Fahrt, geh zur Tierarztpraxis. Kroki, eine belohnungsbasierte Trainings-App für Welpen und Hunde, hat einen Schritt für entspannte Autofahrten.

So geht’s, Schritt für Schritt

  1. Finde heraus, welcher Teil schwer ist

    Beobachte deinen Hund in jeder Phase: beim Auto, an der offenen Tür, drinnen bei ausgeschaltetem Motor, bei laufendem Motor und während der Fahrt. Gähnen, über die Lippen lecken, eine eingeklemmte Rute oder ein steifer Körper zeigen, wo es zu viel wird. Dein Üben beginnt eine Phase früher.

  2. Mach das parkende Auto zum Picknickplatz

    Füttere ein paar Mahlzeiten oder eine Schleckmatte neben dem Auto, dann am offenen Kofferraum, dann drinnen bei offenen Türen. Steigt wieder aus, solange dein Hund noch entspannt ist. So wird das Auto ein Ort, an dem gutes Futter passiert und sonst nichts.

  3. Mach das Einsteigen leicht

    Große, ältere oder steife Hunde mögen den Sprung oft nicht. Bring ihm zuerst auf ebenem Boden eine Rampe oder Stufe bei und belohne jede Pfote darauf, dann lehnst du sie ans Auto. Hebst du deinen Hund hinein, stütz Brust und Hinterteil gleichzeitig, und nur, solange er entspannt bleibt.

  4. Übe die Sicherung erst drinnen

    Fährt dein Hund in einer Box, mach diese Box zuerst zu Hause zu einem gemütlichen Ruheplatz. Für ein Sicherheitsgeschirr übst du das Anziehen im Wohnzimmer. Dann kommen Box oder Geschirr ins parkende Auto.

  5. Erst der Motor, dann winzige Fahrten

    Lass den Motor ein paar Sekunden laufen, während dein Hund frisst, und schalte ihn wieder aus. Danach rollst du bis zum Ende der Einfahrt, dann einmal um den Block. Hör auf, bevor dein Hund sabbert, hechelt oder aufstehen will.

  6. Ändere, was das Auto ankündigt

    Lass eine Zeit lang fast jede Fahrt an einer Lieblingsrunde oder bei Menschen enden, die dein Hund mag. Lassen sich Tierarztbesuche nicht verschieben, misch sie zwischen viele schöne Fahrten, damit das Auto nicht mehr nur Tierarzt bedeutet.

Ist es ein junger Welpe?

Ein Welpe fängt meist ohne schlechte Erfahrungen an, deshalb gehen das parkende Auto und die ersten Mini-Fahrten oft schneller. Reiseübelkeit ist in diesem Alter häufiger, und viele Welpen wachsen heraus. Unsere Welpen-Seite beschreibt die erste Heimfahrt und Pausen mit einem jungen Welpen.

Warum erwachsene Hunde mit dem Auto kämpfen und warum sich Üben lohnt

Probleme beim Autofahren sind häufig und bleiben oft unbehandelt. In einer italienischen Umfrage unter 907 Halter:innen zeigten 23,8 % der Hunde Probleme beim Autofahren oder hatten sie gezeigt. Hunde, die nur zur Tierklinik gefahren wurden, reagierten öfter schlecht als die anderen (46,4 % gegenüber 22,7 %). Von den Halter:innen der Hunde mit Problemen hatten 96,3 % keine Behandlung oder andere Mittel gegeben und 48,7 % niemanden um Rat gefragt (Mariti und Kolleg:innen 2012). Wenn dein Hund sich schwertut, bist du also bei Weitem nicht allein, und es gibt Hilfe.

Übelkeit und Sorge gehören oft zusammen. VCA Animal Hospitals erklärt, dass ein Hund, der selten Auto fährt, es mit einem stressigen Erlebnis wie einem Tierarztbesuch verbinden kann und dass diese Angst zu Erbrechen und Durchfall führen kann. Mittel gegen Übelkeit helfen bei Reisekrankheit, aber nicht gegen Angst, und manche angstlösenden Mittel müssen Tage oder Wochen vor der Reise beginnen. Sprich deshalb mit deiner Tierarztpraxis, bevor du eine lange Fahrt planst.

Ein erwachsener Hund, der lose im Auto sitzt, ist ein Risiko für alle. Die britische Straßenverkehrsordnung (Highway Code, Regel 57) verlangt, Hunde so zu sichern, dass sie die fahrende Person nicht ablenken, und nennt Sicherheitsgeschirr, Transportbox, Hundekäfig oder Trenngitter. Einen ängstlichen Hund hineinzuschieben und loszufahren, beruht auf Stress, und eine Übersichtsarbeit kam zu dem Schluss, dass aversive Methoden der körperlichen und seelischen Gesundheit von Hunden schaden können und nicht besser wirken als Belohnung (Ziv 2017). Kleine, belohnte Schritte sind der freundlichere Weg.

Übelkeit, Angst oder Aufregung?

  • Sabbern, Schlucken und Erbrechen, oft schlimmer auf kurvigen Straßen, deuten auf Übelkeit hin: Sprich mit deiner Tierarztpraxis.
  • Zittern, Verkriechen im Fußraum, eine eingeklemmte Rute oder Nicht-einsteigen-Wollen deuten auf Angst hin.
  • Bellen, Fiepen und Drehen, vor allem kurz vor dem Ziel, bedeuten oft Vorfreude auf den Spaziergang.
  • Viele Hunde zeigen eine Mischung. Ruhige, kurze Fahrten helfen bei allen dreien, über Medikamente entscheidet nur die Tierarztpraxis.

Häufige Fehler

  • Einen unsicheren Hund ins Auto heben und losfahren. Das macht die nächste Fahrt schwerer.
  • Den Fortschritt mit einer langen Urlaubsfahrt testen statt mit vielen kurzen.
  • Den Hund lose oder mit dem Kopf aus dem Fenster mitfahren lassen.
  • Reisetabletten für Menschen oder Beruhigungsmittel geben, ohne vorher die Tierarztpraxis zu fragen.

Wann zum Profi

Manche Probleme im Auto sind keine Trainingsfrage. Hol dir Hilfe, wenn:

Häufige Fragen

Warum hasst mein Hund plötzlich das Auto?

Eine plötzliche Veränderung folgt oft auf eine schlechte Fahrt, ein stressiges Ziel oder eine Phase mit Übelkeit. Fällt das Einsteigen schwer, sind auch Schmerzen in Hüfte, Rücken oder Beinen möglich, also kommt zuerst ein Check in der Tierarztpraxis.

Kann mir die Tierarztpraxis etwas gegen die Reiseübelkeit meines Hundes geben?

Ja, Tierärzt:innen können Mittel gegen Übelkeit für Hunde verschreiben. Sie lindern Reisekrankheit, aber keine Angst, also kombiniere sie mit kleinen, ruhigen Übungsfahrten.

Mein Hund springt nicht mehr ins Auto. Was kann ich tun?

Lass zuerst tierärztlich nach Schmerzen schauen, vor allem bei einem älteren Hund. Dann bringst du ihm auf ebenem Boden mit Leckerli eine Rampe oder Stufe bei, bevor ihr sie am Auto nutzt.

Ist es sicher, wenn mein Hund den Kopf aus dem Autofenster hält?

Nein, das ist nicht sicher. Staub, Insekten und plötzliches Bremsen können deinen Hund verletzen, und ein ungesicherter Hund kann die fahrende Person ablenken oder nach vorne geschleudert werden.

Warum bellt mein Hund die ganze Fahrt über?

Die meisten Hunde bellen aus Vorfreude auf den Spaziergang oder aus Sorge wegen der Fahrt. Mach Fahrten häufig und langweilig, deck die Box ab, wenn vorbeiziehende Dinge ihn aufregen, und belohne ruhige Momente.

Ist für einen erwachsenen Hund eine Box oder ein Sicherheitsgeschirr besser?

Beides kann funktionieren, wenn es gesichert ist und dein Hund daran gewöhnt ist. Eine im Kofferraum befestigte Box passt zu vielen größeren Hunden, ein Autogeschirr am Gurt zu anderen.

Wie bereite ich einen Hund aus dem Tierschutz auf eine lange Autofahrt vor?

Übe, wenn möglich, vorher kurze Fahrten und frag rechtzeitig in der Tierarztpraxis nach Unterstützung gegen Übelkeit oder Stress. Pack am Tag selbst Wasser, eine Leine und eine vertraute Decke ein.

Quellen