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Frage · Hund

Wie bringe ich meinem Hund „Aus“ bei?

Kurz gesagt

Tauschen statt ziehen. Fang mit einem Gegenstand an, der deinem Hund kaum etwas bedeutet, halte etwas deutlich Besseres an seine Nase und markiere das Loslassen mit „Top!“. Gib den Gegenstand oft zurück, damit Loslassen nicht mehr Verlust bedeutet. Klappt der Tausch schnell, kommt „Aus“ dazu, dann arbeitest du dich zu wertvolleren Dingen hoch. Erstarrt, knurrt oder schnappt dein Hund um Gegenstände, hörst du auf und holst dir Fachleute. Kroki, eine belohnungsbasierte Trainings-App für Welpen und Hunde, übt „Aus“ und fragt nach jedem Schritt „Wie lief’s?“.

So geht’s, Schritt für Schritt

  1. Ordne zuerst die Schätze deines Hundes

    Schreib auf, was dein Hund festhält, vom unwichtigsten bis zum wertvollsten: Tennisball, Stofftier, geklautes Taschentuch, Kauartikel, Knochen. Du fängst ganz unten an. Ein erwachsener Hund mit jahrelanger Übung im Behalten braucht einen langsamen Aufstieg.

  2. Lies den Körper, bevor du fragst

    Ein lockerer, wedelnder Hund mit Spielzeug ist bereit zum Tauschen. Ein Hund, der steif wird, den Kopf über den Gegenstand senkt, schneller frisst oder dich starr ansieht, sagt dir, dass er sich bedroht fühlt. Bei so einem Hund lässt du die Übung weg und liest den Sicherheitskasten unten.

  3. Tausche aus kleinem Abstand nach oben

    Steh einen Schritt entfernt, statt dich über deinen Hund zu beugen. Zeig ein Leckerli, das den Gegenstand klar schlägt, etwa Huhn gegen Ball, und halte es nah an seine Nase. Geht das Maul auf, sagst du „Top!“, gibst das Leckerli und trittst zurück, damit er sich nicht bedrängt fühlt.

  4. Gib öfter zurück, als du behältst

    In den meisten Runden gibst du den Gegenstand zurück oder wirfst ihn. In den ersten Wochen behältst du ihn nur etwa jedes fünfte Mal. Ein erwachsener Hund, dem Menschen viel weggenommen haben, braucht viele Tauschrunden, bis er dem neuen Deal glaubt.

  5. Füge „Aus“ hinzu und steig langsam auf

    Sag einmal „Aus“, warte kurz, dann zeig das Leckerli. Lässt dein Hund bei einem Gegenstand in acht von zehn Versuchen schon beim Wort los, gehst du eine Stufe höher. Einheiten von drei bis fünf Minuten passen für die meisten erwachsenen Hunde.

  6. Nutze für schwere Fälle eine Futterstreu

    Bei etwas, das dein Hund wirklich liebt, sagst du „Aus“ und wirfst eine Handvoll Leckerli einen Meter weit. Während er frisst, hebst du den Gegenstand ruhig auf. So vermeidest du ein Kräftemessen von Angesicht zu Angesicht, und alle bleiben sicher.

Du fängst mit einem Welpen an?

Ein Welpe hält Dinge meist locker, hat noch nicht gelernt, dass Menschen sie wegnehmen, und steckt mitten im Zahnwechsel. Einfache Tauschrunden mit schlichtem Spielzeug klappen in ein, zwei Minuten, und frühes Üben kann später helfen. Die Welpenseite zeigt diesen leichteren Einstieg.

Was Halter:innen verteidigender Hunde berichten

Ressourcen verteidigen ist häufig und umfasst mehr als Knurren. Eine Umfrage unter 3.068 Hundehalter:innen beschrieb mehrere Formen, vom schnelleren Fressen oder Weglaufen mit einem Gegenstand bis zu Knurren, Schnappen oder Beißen, wenn ein Mensch näher kam (Jacobs und Kolleg:innen 2018). Wer seinem Hund beigebracht hatte, Dinge auf Wunsch zuverlässig loszulassen, berichtete seltener von den drohenden Formen und vom Weglaufen.

Auch die Mahlzeiten fielen auf. Den Napf während des Fressens wegzunehmen, ging mit häufigerem oder stärkerem Verteidigen einher, etwas Leckeres in den Napf zu legen, mit milderem (Jacobs und Kolleg:innen 2018). Es war eine Umfrage, sie kann Ursache und Wirkung nicht beweisen, aber sie passt zum Hochtauschen auf dieser Seite: Wenn du näher kommst, soll das ein Geschenk ankündigen, keinen Verlust.

Harte Methoden sind hier keine Abkürzung. Eine Übersichtsarbeit kam zu dem Schluss, dass aversives Training der körperlichen und seelischen Gesundheit eines Hundes schaden kann, und fand keinen Beleg, dass es besser wirkt als Belohnung (Ziv 2017). Bei einem Hund, der ohnehin Angst hat, Dinge zu verlieren, bestätigt Schimpfen oder eine Hand, die das Maul aufzwingt, genau diese Angst.

Anzeichen, dass dein Hund verteidigt und nicht nur spielt

  • Er erstarrt oder wird steif über einem Kauartikel, wenn du vorbeigehst.
  • Er frisst oder kaut schneller, wenn du näher kommst.
  • Er dreht Kopf oder Körper weg, um den Gegenstand abzuschirmen, oder schaut dich hart und starr an.
  • Er zieht die Lefze hoch, knurrt oder schnappt. Schimpf nie über ein Knurren: Es ist eine Warnung, und ein Hund, der nicht mehr warnen darf, beißt vielleicht ohne Vorwarnung.

Häufige Fehler bei erwachsenen Hunden

  • Das Maul aufhebeln oder den Gegenstand herausziehen. So lernt dein Hund, schnell zu schlucken oder beim nächsten Mal heftiger zu verteidigen.
  • Mit einem rohen Knochen oder dem Lieblingskauartikel anfangen. Beginne mit dem langweiligsten Gegenstand der Liste.
  • Deinen Hund unter dem Tisch oder auf seinem Platz in die Enge treiben. Lass ihm Raum und nutze lieber eine Futterstreu.
  • Kinder „Aus“ üben lassen. Solange das Signal bei Erwachsenen nicht sicher sitzt, nehmen Kinder dem Hund nichts weg.

Wann zum Profi

Verteidigen kann Menschen in Gefahr bringen. Hör mit dem Üben auf und hol dir Hilfe, wenn:

Häufige Fragen

Kann ich einem Tierschutzhund, der sein Futter verteidigt, „Aus“ beibringen?

Ja, aber mit Fachleuten an deiner Seite und zuerst nicht mit Futter. Fang mit unwichtigen Gegenständen an, lass deinem Hund beim Fressen Raum und lass eine Verhaltensfachperson die Schritte rund ums Futter planen.

Warum rennt mein Hund mit Dingen weg, statt sie loszulassen?

Weglaufen ist eine milde Form des Verteidigens: Dein Hund hat gelernt, dass Menschen Dinge wegnehmen. Tausche aus Abstand nach oben, gib den Gegenstand oft zurück und lauf nicht hinterher.

Soll ich zurückknurren oder einen verteidigenden Hund niederstarren?

Nein, geh nie in die Konfrontation mit einem Hund, der verteidigt. Das erhöht das Risiko eines Bisses und macht deinen Hund unsicherer, nicht ruhiger. Tritt zurück und hol dir professionelle Hilfe.

Geht „Aus“ auch ohne Leckerli?

Ja, bei Hunden, die gern spielen, kann Spielzeug die Bezahlung sein. Tausche einen Ball gegen einen zweiten, gleichen Ball, oder belohne mit einem Zerrspiel, das in der Sekunde beginnt, in der dein Hund loslässt.

Mein Hund lässt bei mir los, bei meinem Partner nicht. Warum?

Dein Hund hatte mit dir vermutlich mehr gute Tauschrunden. Lass deinen Partner oder deine Partnerin die frühen, leichten Schritte auch üben, mit demselben Wort und denselben leckeren Leckerli.

Was tue ich im Notfall, wenn mein Hund nicht loslässt?

Wirf eine Handvoll der besten Leckerli ein Stück weg oder lass es an der Tür klingeln. Die meisten Hunde lassen den Gegenstand fallen, um nachzusehen, und du kannst ihn in Ruhe aufheben.

Wie lange braucht ein erwachsener Hund, um „Aus“ zu lernen?

Mit unwichtigen Spielzeugen tauschen viele erwachsene Hunde schon nach wenigen Einheiten. Bis zu Knochen und geklautem Essen kann es Wochen dauern, und ein verteidigender Hund braucht einen Plan von Fachleuten.

Quellen