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Frage · Hund

Wie bringe ich meinem Hund bei, bei Fuß zu gehen?

Kurz gesagt

Um einem erwachsenen Hund „Fuß“ beizubringen, fang an einem ruhigen Ort an, halte ein Leckerli an deinem Bein und belohne jeden Schritt, den er direkt neben dir geht. Füge das Wort „Fuß“ hinzu, sobald er dranbleibt, und steigere Strecke und Ablenkung langsam. Nimm ein Geschirr und eine lockere Leine; Zug am Hals zeigt deinem Hund nicht, wo er gehen soll. Kroki, eine belohnungsbasierte Trainings-App für Welpen und Hunde, hat keinen Fuß-Schritt, übt aber lockeres Gehen am Geschirr und hat eine SOS-Karte zum Leineziehen.

So geht’s, Schritt für Schritt

  1. Neu anfangen: neues Wort, Geschirr an

    Hat „Fuß“ früher Druck am Hals bedeutet, nimm ein neues Wort wie „Seite“ und steig auf ein gut sitzendes Geschirr um. Mit einem neuen Wort fängst du ohne alten Ballast an.

  2. Mach dein Bein zum besten Platz

    Zu Hause belohnst du deinen Hund jedes Mal, wenn er an deiner Seite steht, mit Leckerli aus einem Beutel an der Hüfte. Dann gehst du langsame Kreise im Raum und bezahlst jeden zweiten Schritt, den er an deinem Bein bleibt.

  3. Zähl Schritte, nicht Minuten

    Steigere von drei auf zehn auf zwanzig Schritte, bevor du „Fuß“ mit nach draußen nimmst. Ein erwachsener Hund schafft ein paar Minuten pro Einheit; hör auf, bevor er abdriftet.

  4. Draußen zuerst an leichten Orten

    Übe in einer ruhigen Straße zu einer ruhigen Zeit, dann am Rand eines Parks, dann auf belebteren Wegen. Jeder neue Ort ist eine Stufe zurück, also mach die Strecken wieder kurz.

  5. Halte Abstand zu Auslösern

    Hunde, die zu anderen Hunden ziehen oder nach vorne springen, können „Fuß“ oft nicht halten, wenn der Auslöser nah ist. Wechsle die Straßenseite oder dreh ab und belohne „Fuß“ auf einer Entfernung, bei der dein Hund noch Futter nimmt.

  6. Gib oft frei

    Bei Fuß gehen ist anstrengend. Sag nach jeder Strecke „Frei!“ und lass deinen Hund an lockerer Leine schnüffeln. Kurze Abschnitte „Fuß“ zwischen freien Phasen halten ihn motiviert.

Du trainierst mit einem Welpen?

Welpen werden schnell müde, deshalb besteht eine Fuß-Einheit aus ein bis zwei Minuten mit ein paar Schritten drinnen, oft ganz ohne Leine. Der größte Teil eines Welpenspaziergangs ist lockeres Gehen mit viel Schnüffeln. Die Seite für Welpen erklärt die Details.

Was die Forschung über Halsband, Rucken und Belohnung sagt

Ein erwachsener Hund, der kräftig am Halsband zieht, setzt seinen Hals echtem Druck aus. In einer Studie erhöhte Ziehen gegen ein Halsband den Druck im Auge, Ziehen gegen ein Geschirr erhöhte ihn nicht deutlich; die Autor:innen raten Hunden mit Augenproblemen wie grünem Star zum Geschirr (Pauli und Kolleg:innen 2006).

Das alte Fuß-Training setzte oft auf scharfes Rucken an der Leine. Eine Studie mit 92 Familienhunden verglich Hundeschulen: In Schulen mit vielen aversiven Methoden, zu denen die Autor:innen Rucken an der Leine, körperliches Zurechtrücken und Anschreien zählen, zeigten Hunde im Training mehr Stressverhalten und danach einen stärkeren Anstieg des Stresshormons Cortisol als Hunde aus belohnungsbasierten Schulen (Vieira de Castro und Kolleg:innen 2020).

Eine Übersichtsarbeit kam zu einem ähnlichen Schluss: Aversive Methoden können der körperlichen und seelischen Gesundheit von Hunden schaden, und es gibt keinen Beleg, dass sie besser wirken als Belohnung (Ziv 2017). Ein Leckerli an deinem Bein ist der freundlichere Weg, deinem Hund seinen Platz zu zeigen, und nichts spricht dafür, dass du damit auf Ergebnisse verzichtest.

Wenn dein Hund immer wieder nach vorne driftet

  • Er stürmt zu Beginn jedes Spaziergangs los: Übe vorher eine Minute „Fuß“ im Flur, dann sind die ersten Schritte draußen ruhiger.
  • Er schwenkt zum Schnüffeln weit aus: Die Strecke ist zu lang. Kürz sie und gib Schnüffelzeit als Belohnung.
  • Er wechselt hinter dir auf die andere Seite: Belohne etwas früher und halte die Hand mit den Leckerli nur auf der Fuß-Seite.
  • Er bleibt nur nah, wenn er Futter sieht: Schieb den Beutel nach hinten und belohne zufällig daraus, manchmal mit einem Spielzeug.

Häufige Fehler mit erwachsenen Hunden

  • Den ganzen Spaziergang „Fuß“ verlangen. Auch ein erwachsener Hund braucht Zeit zum Schnüffeln und für sein eigenes Tempo.
  • An der Leine zurückreißen. Das tut weh, erhöht den Stress und sagt deinem Hund nichts darüber, wo er sein soll.
  • Nur auf Spaziergängen üben. Ohne ruhiges Üben zu Hause gewinnt draußen fast immer die Ablenkung.
  • Von einem älteren oder steifen Hund dein Tempo erwarten. Pass dich seiner Geschwindigkeit an; bei Fuß geht es um die Position, nicht ums Tempo.

Wann zum Profi

Sprich mit Fachleuten, bevor du „Fuß“ trainierst, wenn:

Häufige Fragen

Kann ein erwachsener Hund, der immer gezogen hat, bei Fuß lernen?

Ja, auch wenn es meist länger dauert als beim Welpen, weil Ziehen sich jahrelang gelohnt hat. Ein neues Wort, ein Geschirr und viele kurze Strecken zuerst zu Hause machen den Wechsel viel leichter.

Kann mein Hund auf beiden Seiten bei Fuß gehen?

Ja, viele Hunde lernen beide Seiten. Übe eine Seite, bis sie sitzt, dann die andere mit einem eigenen Wort, zum Beispiel „Fuß“ für links und „Seite“ für rechts.

Wie bringe ich einem großen, kräftigen Hund bei Fuß bei?

Fang drinnen an, wo Ziehen gar nicht möglich ist, und nimm draußen ein gut sitzendes Geschirr mit Ring vorne an der Brust. Arbeite anfangs weit weg von Auslösern und hol dir Hilfe von einer Hundetrainer:in, wenn du ihn nicht sicher halten kannst.

Soll ich bei Fuß ohne Leine üben?

Drinnen ohne Leine zu üben ist gut, weil die Leine dann nichts für dich erledigt. Draußen bleibt die Leine dran: Bei Fuß ist etwas für kurze Strecken, kein Ersatz für die Leine in der Nähe von Verkehr.

Sind Kettenhalsband oder Stachelhalsband beim Fuß-Training sinnvoll?

Nein. Sie wirken über Schmerz oder Druck am Hals, den die Forschung mit Stress und Gesundheitsrisiken verbindet, und sie sind unnötig: Belohnung an deinem Bein bringt „Fuß“ gut bei.

Wie lange kann ein erwachsener Hund bei Fuß gehen?

Die meisten erwachsenen Hunde schaffen nach etwas Training ein bis zwei Minuten konzentriertes „Fuß“, mit Übung länger. Nutze es für kurze Strecken, etwa an anderen Hunden vorbei, und gib dazwischen frei.

Warum geht mein Hund zu Hause bei Fuß, draußen aber nicht?

Draußen konkurrieren Gerüche, Geräusche und andere Hunde mit dir. Geh zurück zu sehr kurzen Strecken an ruhigen Orten, belohne großzügiger und füge Ablenkungen einzeln hinzu.

Quellen