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Frage · Welpe

Wie bringe ich meinem Welpen „Aus“ bei?

Kurz gesagt

Mach aus dem Loslassen einen Tausch. Während dein Welpe ein Spielzeug im Maul hat, hältst du ihm ein leckeres Leckerli direkt an die Nase. Geht das Maul auf, sagst du „Top!“, gibst das Leckerli und reichst ihm das Spielzeug zurück. Lässt er jedes Mal los, sagst du „Aus“, kurz bevor du das Leckerli zeigst. Zieh nie etwas aus seinem Maul und renn ihm nicht hinterher. Kroki, eine belohnungsbasierte Trainings-App für Welpen und Hunde, übt „Aus“ in kurzen Schritten und passt das Tempo daran an, wie jede Einheit lief.

So geht’s, Schritt für Schritt

  1. Fang mit einem Spielzeug an, das ihm nicht so wichtig ist

    Nimm ein schlichtes Seil- oder Gummispielzeug, nicht das quietschende Lieblingsteil. Setz dich auf den Boden und lass deinen Welpen kurz darauf kauen. Ein junger Welpe in den Zahnwechsel-Monaten hält Dinge anfangs noch locker, deshalb lernt er es jetzt am leichtesten.

  2. Biete den Tausch an der Nase an

    Halte ein duftendes Leckerli direkt vor die Nase deines Welpen und warte. Fass das Spielzeug nicht an. Die meisten Welpen öffnen das Maul innerhalb von Sekunden, um zu schnüffeln oder das Leckerli zu nehmen. In dem Moment, in dem das Spielzeug fällt, sagst du „Top!“ und lässt ihn fressen.

  3. Gib das Spielzeug sofort zurück

    Heb das Spielzeug auf und gib es gleich zurück oder wirf es sanft. Diesen Schritt lassen viele weg, dabei zählt er am meisten: Dein Welpe lernt, dass Loslassen kein Verlust ist, denn er bekommt Leckerli und Spielzeug.

  4. Sag „Aus“, bevor das Leckerli auftaucht

    Nach acht bis zehn leichten Tauschrunden sagst du einmal „Aus“, wartest eine Sekunde und bringst dann das Leckerli an die Nase. Bald öffnet sich das Maul schon beim Wort, bevor das Leckerli überhaupt zu sehen ist.

  5. Übe mit etwas wertvolleren Dingen

    Geh weiter zu einem Kauartikel, einer Socke, die du ihm absichtlich gibst, oder einem Lieblingsspielzeug. Hält dein Welpe fest, gehst du zu einem leichteren Gegenstand zurück. Zwei oder drei Runden von je einer Minute am Tag reichen.

  6. Tausche auch im Alltag

    Klaut dein Welpe einen Hausschuh, renn ihm nicht hinterher. Geh ruhig in die Küche, raschel mit der Leckerli-Tüte, sag „Aus“, wenn er dir folgt, und tausche. Hinterherrennen macht Klauen zu einem tollen Spiel.

Dein Hund ist kein Welpe mehr?

Ein erwachsener Hund hat vielleicht schon gelernt, dass Menschen Dinge wegnehmen; manche erstarren dann, laufen weg oder knurren. Dann beginnst du mit Gegenständen, die ihm wenig bedeuten, tauschst gegen etwas deutlich Besseres und achtest genau auf seine Körpersprache. Die Seite für erwachsene Hunde erklärt diesen langsameren Weg und wann du Hilfe holst.

Warum frühes Üben von „Aus“ wichtig sein kann

Eine große Umfrage fragte 3.068 Hundehalter:innen, wie sich ihre Hunde verhielten, wenn ein Mensch an Futter oder Spielzeug kam. Hunde, denen beigebracht worden war, Dinge auf Wunsch zuverlässig loszulassen, knurrten, schnappten oder bissen seltener um Gegenstände und liefen seltener damit weg (Jacobs und Kolleg:innen 2018). Eine Umfrage zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen, aber sie spricht dafür, ein freundliches „Aus“ früh zu üben, solange ein Welpe Dinge noch locker hält.

Dieselbe Umfrage fand: Hunde, deren Halter:innen beim Fressen den Napf wegnahmen, verteidigten häufiger oder stärker, während etwas Leckeres im Napf mit milderem Verteidigen einherging (Jacobs und Kolleg:innen 2018). Einen Welpen zu „testen“, indem du ihm den Napf wegnimmst, ist also keine gute Idee; im Vorbeigehen etwas Leckeres dazuzulegen, ist die freundlichere Gewohnheit.

Auch wie oft du übst, zählt. In einer Studie erreichten Hunde, die einmal pro Woche trainierten, das Ziel in weniger Einheiten als Hunde mit fünf Einheiten pro Woche (Meyer und Ladewig 2008). Welpen waren nicht dabei, aber das Ergebnis spricht dafür, dass ein paar ruhige Tauschrunden mit Pausen dazwischen mehr bringen als eine lange, anstrengende Einheit.

Wenn dein Welpe nicht loslässt

  • Er beißt fester auf das Spielzeug: Dein Leckerli ist nicht gut genug oder das Spielzeug zu spannend. Nimm ein besseres Leckerli und ein langweiligeres Spielzeug.
  • Er rennt mit Dingen weg: Setz dich hin und schau nicht mehr hin. Viele Welpen kommen zu jemandem zurück, der nicht hinterherläuft.
  • Er tauscht, schnappt sich das Spielzeug aber sofort wieder: Das ist in Ordnung. Das Zurückgeben gehört zum Deal.
  • Er nimmt beim Tausch deine Hand ins Maul: Biete das Leckerli auf der flachen Hand an oder lass es neben das Spielzeug fallen.

Fehler, die du bei einem jungen Welpen vermeidest

  • Den Gegenstand aus dem Maul ziehen. Im Zahnwechsel sitzen die Milchzähne locker, und ein Zerrspiel lehrt ihn, fester zuzupacken.
  • Das Spielzeug jedes Mal endgültig wegnehmen. Dann heißt „Aus“: Spielzeug weg, und dein Welpe fängt an, Dinge zu verstecken.
  • Den Futternapf wegnehmen, um zu sehen, was passiert. Das kann deinen Welpen nervös machen, wenn Menschen in der Nähe seines Futters sind.
  • Immer wieder „Aus!“ rufen. Sag es einmal und mach den Tausch leichter, wenn nichts passiert.

Wann zum Profi

Die meisten Welpen lernen „Aus“ schnell. Hol sofort Hilfe, wenn:

  • dein Welpe etwas verschluckt hat, das nicht in den Magen gehört, etwa eine Socke, ein Spielzeugteil, eine Batterie oder Medikamente

    Notfall: jetzt Hilfe holen
  • dein Welpe erstarrt, knurrt, die Lefzen hochzieht oder schnappt, wenn du dich seinem Futter, Kauartikel oder Spielzeug näherst

    Hol dir Unterstützung von Fachleuten

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ich mit meinem Welpen „Aus“ üben?

Du kannst mit etwa acht Wochen anfangen, „Aus“ zu üben, schon in den ersten Tagen zu Hause. Nimm leichte Spielzeuge, sehr gute Leckerli und hör nach einer Minute auf.

Soll ich das Spielzeug zurückgeben, nachdem mein Welpe es losgelassen hat?

Ja, meistens schon. Ein Welpe, der nach dem Leckerli sein Spielzeug zurückbekommt, sieht beim nächsten Mal keinen Grund festzuhalten.

Ist es normal, dass ein Welpe beim Zerrspiel knurrt?

Spielerisches Knurren beim Zerren ist häufig und geht meist mit einem lockeren, wackeligen Körper einher. Ein steifer Körper, ein starrer Blick oder Erstarren über einem Spielzeug sind etwas anderes und gehören zu Fachleuten.

Was, wenn mein Welpe Dinge klaut, um Aufmerksamkeit zu bekommen?

Viele Welpen lernen, dass Klauen eine Verfolgungsjagd startet. Bleib ruhig, tausche ohne Aufhebens und schenk deinem Welpen viel Aufmerksamkeit, wenn er an seinen eigenen Spielsachen kaut.

Mein Welpe zahnt und kaut alles an. Hilft „Aus“?

Es hilft dir, Dinge sicher zurückzubekommen, aber es stoppt das Zahnen nicht. Biete mehrere Kauspielzeuge mit verschiedenen Oberflächen an und tausche, sobald er das Falsche erwischt.

Kann ich „Aus“ am Futternapf meines Welpen üben?

Übe nicht am Futternapf. Lass deinen Welpen in Ruhe fressen, und wenn du vorbeigehst, legst du etwas Leckeres dazu, statt etwas wegzunehmen.

Welche Leckerli eignen sich am besten zum Tauschen mit einem Welpen?

Weiche, duftende Leckerli eignen sich am besten, etwa kleine Stücke gekochtes Huhn oder Käse. Sie sollten spannender sein als das, was im Maul ist, und klein genug, um sie in einem Bissen zu schlucken.

Quellen