Kroki

Frage · Welpe

Wie bringe ich meinem Welpen bei, auf Rufen zu kommen?

Kurz gesagt

Fang zu Hause an, wo nichts mit dir konkurriert. Sag dein Rückrufsignal einmal, zum Beispiel „Hier!“, geh in die Hocke oder ein paar Schritte weg und belohne deinen Welpen mit einem richtig guten Leckerli und Streicheln, sobald er bei dir ist. Ruf nur, wenn du fast sicher bist, dass er kommt. Draußen bleibt er an der Schleppleine, bis das Signal auch dort klappt. Kroki, eine belohnungsbasierte Trainings-App für Welpen und Hunde, baut den Rückruf „Hier!“ in kurzen Schritten auf und passt das Tempo nach jeder Übung an.

So geht’s, Schritt für Schritt

  1. Nutze die Nachfolgephase

    In den ersten Wochen bei dir bleiben die meisten jungen Welpen gern in deiner Nähe und tapsen dir von Zimmer zu Zimmer hinterher. Nutze das: Immer wenn dein Welpe von selbst auf dich zuläuft, sagst du „Hier!“, kurz bevor er ankommt, und gibst ein Leckerli. So verknüpft er das Wort mit einer Bewegung, die er ohnehin macht.

  2. Spiel drinnen das Namen-und-weg-Spiel

    Sag den Namen deines Welpen fröhlich und geh ein paar schnelle Schritte rückwärts. Folgt er dir, belohnst du ihn direkt an deinen Füßen. Zwei oder drei Wiederholungen sind eine Runde, und ein bis zwei Minuten sind eine ganze Einheit.

  3. Ruf einmal aus dem Nebenzimmer

    Kommt er in einem Raum jedes Mal, rufst du von der Tür eines anderen Zimmers, dann von hinter dem Sofa. Sag das Signal nur einmal. Passiert nichts, holst du deinen Welpen ruhig ab und machst den nächsten Versuch leichter.

  4. Mach das Ankommen zum Höhepunkt

    Heb die besten Leckerli für den Rückruf auf: winzige Stücke Käse oder Huhn statt Trockenfutter. Gib mehrere Stückchen hintereinander, fass sanft ans Geschirr und lass deinen Welpen dann wieder zu dem zurück, was er gerade gemacht hat.

  5. Erst der Garten, dann die Schleppleine

    Als Nächstes übst du in einem eingezäunten Garten, dann auf Spaziergängen mit einer Schleppleine von fünf bis zehn Metern am Geschirr. Ruf, wenn sich dein Welpe ohnehin gerade zu dir dreht, nicht wenn seine Nase tief in einem spannenden Geruch steckt.

  6. Ruf nie für das Ende vom Spaß

    Ruf ihn nicht nur, um ihn anzuleinen, nach Hause zu gehen oder etwas zu tun, das er nicht mag, etwa baden. In solchen Momenten gehst du hin und holst ihn. So bleibt dein Ruf ein Versprechen für etwas Gutes.

Du trainierst mit einem erwachsenen Hund?

Ein erwachsener Hund bringt mehr Vorgeschichte mit: Vielleicht hat er gelernt, dass Kommen das Ende vom Spiel bedeutet, oder er folgt seiner Nase hinter Reh und Hase her. Dann fängst du oft mit einem ganz neuen Signalwort an, übst draußen in vorsichtigen Stufen und holst dir beim Jagdtrieb Unterstützung. Die Seite für erwachsene Hunde erklärt das alles.

Warum das Ankommen mehr zählt als das Rufen

Was dein Welpe beim Ankommen bekommt, entscheidet, ob er sich beim nächsten Mal beeilt. Als Forschende Hunde zwischen einer Person wählen ließen, die sie streichelte, und einer, die sie mit Worten lobte, blieben die Hunde deutlich länger bei der streichelnden Person, und Lob allein zog sie nicht stärker an als gar keine Zuwendung (Feuerbacher und Wynne 2015). Kommt dein Welpe bei dir an, sagen ein Leckerli und sanftes Streicheln also viel klarer „gut gemacht“ als ein „Fein!“ aus der Ferne.

Wenig und oft passt zum Welpenkopf, und Pausen gehören dazu. In einer Studie brauchten Hunde, die einmal wöchentlich trainierten, weniger Einheiten bis zum Lernerfolg als Hunde mit fünf Trainingstagen in der Woche (Meyer und Ladewig 2008). Eine weitere Studie mit 44 Beagles fand, dass ein bis zwei Trainingstage in der Woche besser abschnitten als tägliches Üben und eine einzelne Einheit besser als drei direkt nacheinander (Demant und Kolleg:innen 2011). Die Hunde lernten dort eine feste Aufgabe, keinen Rückruf, aber die Lehre passt: ein paar schnelle Rufe, dann Spiel und Ruhe statt langem Drill.

Belohnung wirkt auch genau bei diesem Signal. In einer Studie mit 63 Familienhunden kamen die Hunde, die von belohnungsorientierten Trainer:innen ausgebildet wurden, öfter schon auf den ersten Ruf und machten sich schneller auf den Weg als Hunde, die mit ferngesteuertem Stromhalsband trainiert wurden (China, Mills und Cooper 2020).

Ein Plan für die ersten Wochen

  • Erste Woche zu Hause: Belohne jedes Mal, wenn dein Welpe von selbst zu dir kommt, und sag „Hier!“, während er ankommt.
  • Zweite Woche: das Namen-und-weg-Spiel in Wohnzimmer und Küche, ein paar kurze Runden über den Tag verteilt.
  • Dritte Woche: Rufen aus dem Nebenzimmer und im Garten. Jemand aus der Familie kann den Welpen sanft halten und loslassen, sobald du rufst.
  • Danach: erste Spaziergänge an der Schleppleine, mit ein oder zwei leichten Rückrufen pro Runde, jeweils gefolgt von „Frei!“, damit dein Welpe weiterschnüffeln darf.

Häufige Fehler

  • Immer wieder rufen. „Hier, hier, HIER!“ bringt deinem Welpen bei, dass man den ersten Ruf überhören kann.
  • Hinterherlaufen. Rennst du einem Welpen nach, wird der Rückruf zum Fangspiel, also lauf lieber in die andere Richtung.
  • Schimpfen, wenn er spät kommt. Egal wie lange es gedauert hat: Ankommen bringt ein Leckerli, sonst wird der nächste Rückruf langsamer.
  • Zu früh ableinen. Der Drang, dir zu folgen, lässt nach, wenn dein Welpe mutiger wird, oft in der Pubertät. Lass die Schleppleine auf offenen Flächen also dran.

Wann zum Profi

Lass deinen Welpen in der Nähe von Straßen, Bahngleisen oder Wild erst frei laufen, wenn der Rückruf dort zuverlässig klappt. Sprich mit Fachleuten, wenn:

Häufige Fragen

Wann kann ich mit meinem Welpen den Rückruf üben?

Du kannst an dem Tag anfangen, an dem dein Welpe einzieht, drinnen und ohne Ablenkung. Belohne ihn jedes Mal, wenn er zu dir kommt, und sag das Signal, während er ankommt.

Soll ich meinen Welpen mit seinem Namen rufen oder ein eigenes Rückrufwort nehmen?

Nimm ein eigenes Rückrufwort wie „Hier!“. Den Namen sagst du den ganzen Tag, oft ohne dass etwas folgt, deshalb bleibt ein eigenes Wort klarer und behält seinen Wert.

Warum kommt mein Welpe drinnen, aber nicht im Park?

Weil der Park voller Gerüche, Hunde und Menschen ist, die mit dir konkurrieren. Geh dort zurück zu leichten Rufen auf kurze Entfernung, an der Schleppleine, und belohne mit besseren Leckerli als zu Hause.

Darf mein Welpe bei den ersten Spaziergängen frei laufen?

Nur in einem sicheren, eingezäunten Bereich. Auf offenen Wegen gibt eine Schleppleine am Geschirr deinem Welpen Freiheit, und ihr bleibt verbunden, bis der Rückruf auch draußen klappt.

Ist eine Hundepfeife für den Rückruf beim Welpen sinnvoll?

Ja, eine Pfeife kann gut funktionieren, weil sie jedes Mal gleich klingt und weit trägt. Bau sie genau wie ein Wort auf: pfeifen und großzügig belohnen, sobald dein Welpe ankommt.

Was mache ich, wenn mein Welpe wegläuft, sobald ich rufe?

Lauf ihm nicht nach, sondern dreh dich um und geh weg, hock dich hin oder mach ein interessantes Geräusch. Die meisten Welpen folgen. Beim nächsten Mal rufst du aus kürzerer Entfernung oder in einem ruhigeren Moment.

Wie viele Rückrufe soll ich täglich mit einem Welpen üben?

Etwa fünf bis zehn gut verteilte Rückrufe am Tag reichen für einen jungen Welpen. Ein paar schnelle alle paar Stunden wirken besser als ein langer Block mit vielen Wiederholungen.

Quellen